| Kommentar |
Von den Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance und des Barock geht bis heute eine besondere Faszination aus. In ihnen wurden Dinge aus unterschiedlichen Bereichen des Wissens und der Objektwelt zusammengeführt: Naturalia (Naturgegenstände), Scientifica (wissenschaftliche Instrumente), Artificialia (vom Menschen geschaffene Artefakte), Exotica (Objekte aus damals als fremd wahrgenommenen Regionen) sowie Mirabilia (das Außergewöhnliche und Wunderhafte). Die Wunderkammern verbanden Wissenschaft, Natur und Kunst mit Sammlungskultur und fungierten als frühe Modelle der Weltordnung. Das Seminar nimmt diese historischen Praktiken zum Ausgangspunkt um grundlegende Fragen zum Sammeln, Archivieren und Präsentieren zu untersuchen: Worüber staunen wir heute? Was sammeln wir – und warum? Im praktischen Teil entwickeln die Studierenden zunächst ein eigenes Archiv bzw. eine persönliche Sammlung, die Elemente der historischen Wunderkammer mit Gegenständen und Materialien der zeitgenössischen Alltagskultur und Kunst verbindet. Auf dieser Grundlage werden anschließend individuelle Wunderkammern im großen malerischen Format erarbeitet. Wunderkammern sind von Natur aus visuell überbordend und komplex organisiert. Sie bieten damit eine ideale Bühne für die Malerei – als Ort der Verdichtung, der Inszenierung und der Reflexion eigener Weltbilder zwischen Ordnung und Chaos, Schönheit und Vergänglichkeit, Wissen und Imagination.
Maltechnik: Während des Seminars gibt es Einführungen in die Acrylmalerei und ihre Malmittel, das Anmischen von Pigmenten mit Acrylbinder, pastose und lasierende Farbaufträge und in erweiterte Möglichkeiten dieser Technik. Außerdem kommen Malmesser, Spachtel, Schwämme und Rakel zum Einsatz. Malmittel wie Spachtel-masse, Verdicker, Marmormehl und Champagnerkreide werden vorgestellt. Leinwände werden aus Keilrahmen und Baumwollstoffen selber gebaut. Feedback in der Gruppe / Korrekturgespräche mit der Dozentin: Die eigenen Bilder und Projekte werden in der Gruppe vorgestellt und gemeinsam besprochen und weiterentwickelt. In Einzelgesprächen während des Malprozesses wird außerdem jede/r Studierende individuell begleitet und beraten.
Studienleistung: Die Studienleistung umfasst eine Reihe von 5 grossformatigen gemalten Bildern. Am Ende des Seminars erstellt man fotografische Reproduktionen der Bilder, bearbeitet sie digital und erstellt daraus ein Portfolio. Sonstiges: Der Workload im Selbststudium über das Seminar hinaus wird erwartet. Es werden Referate verteilt. Ein Grundstock an Acrylfarben muss selbst besorgt werden (Gelb, Magenta, Cyan), sowie große Papiere, Pappen oder Leinwände. |
| Literatur |
KI-Kunst, Merzmensch, Digitale Bildkulturen, Wagenbach Verlag, 2023
Kunstforum, Kann KI Kunst? Neue Positionen und technisierte Ästhetiken, Band 278, 2021
Künstliche Intelligenz und Empathie - Vom Leben mit Emotionserkennung, Sexrobotern & Co, Catrin Misselhorn, 2024, Reclam Augmented Intelligence. Wie wir mit Daten und KI besser entscheiden, Thomas Ramge, Reclam, 2020
Mensch und Maschine. Wie Künstliche Intelligenz und Roboter unser Leben verändern, Thomas Ramge, 2023, Reclam Allgemeinbildung Künstliche Intelligenz - Risiko und Chance, Prof. Dr. Ralf Otte, Allgemeinbildung für dummies, 2021, Wiley-VCH
Wenn der Computer zum Künstler wird. Wie Big Data und KI die Musik-, Literatur-, Kunst- und Entertainmentbranche revolutionieren, Mathias Liegmal, 2020, Redline
KI, Kunst und Kitsch. Ein philosophischer Aufreger, Dorothea Winter, update gesellschaft, 2023, Carl-Auer Verlag Alles überall auf einmal - Wie Künstliche Intelligenz unsere Welt verändert und was wir dabei gewinnen können, Miriam Meckel und Léa Steinacker, 2024, Rowohlt Verlag
Der Geist aus der Maschine, Eine superschnelle Menschheitsgeschichte des digitalen Universums, Andrian Kreye, 2024, Heyne Verlag
Alle Bücher sind im Semesterapparat in der Bibliothek zu finden.
Außerdem weitere aktuelle Bücher, Magazine, Zeitschriften, Artikel, Berichte und Podcasts. |
| Bemerkung |
Bemerkung zur ersten Sitzung:
Das Seminar beginnt pünktlich um 15 Uhr. Direkt am Anfang werden die Plätze verteilt. Wer nicht erscheint, verliert den Platz und andere von der Warteliste können dafür nachrücken. Daher können alle von der Warteliste gerne um 15 Uhr dazu kommen, es entscheidet das Los.
Zum ersten Treffen brauchen Sie kein Material mitzubringen, nur etwas zum mitschreiben. Wir machen eine Einführung in die Übung und in die benötigten Arbeitsmaterialien. Außerdem gibt es eine ausführliche Einweisung in die Malerei-Werkstatt mit der dazugehörigen Sicherheitsbelehrung, die unterschrieben werden muss. Dies ist notwendig und Bedingung für das eigenständige Arbeiten im Atelier. |