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Seminarbeschreibung
Klassen- und Ungleichheitsverhältnisse strukturieren unsere Gesellschaft maßgeblich. Sie verdeutlichen, dass die ökonomischen sowie kulturellen Ressourcen ungleich verteilt sind und durch Klassismus sowie Ungleichheitsstrukturen auf unterschiedliche Weise reproduziert werden. Klassismuserfahrungen als Diskriminierungs-, Benachteiligungs- und Exklusionsmechanismen aufgrund sozialer Herkunft, des Habitus und Zugangs zu Bildung wirken dabei auch auf Bildungskontexte und das pädagogische Handeln ein.
(Außerschulische) Bildungsangebote und -orte spielen hierbei auf zwei Ebenen eine Rolle: Einerseits können sie selbst Orte sein, an denen Klassismuserfahrungen auf unterschiedlichen Ebenen gemacht werden (etwa durch Formen von Exklusion, Benachteiligung oder normierende Vorstellungen von Bildung und Lernen). Andererseits können sie Räume zur Auseinandersetzung mit Klassismus eröffnen, im Sinne einer klassismuskritischen Sensibilisierung ausgerichtet sein und damit eine kritisch-emanzipative Funktion übernehmen. Diese unterschiedlichen Dimensionen von Klassismus sollen im Seminar näher beleuchtet und kritisch daraufhin untersucht werden, inwiefern (außerschulische) Bildungskontexte und das professionelle pädagogische Handeln in diese Macht- und Ungleichheitsstrukturen verstrickt sind und welche Konsequenzen sich daraus für ein klassismuskritisches Handeln ableiten lassen. Neben der Möglichkeit zur eigenen Reflexion in Bezug auf Klassismus und die pädagogische Rolle, können die Studierenden im Seminar spezifische Handlungsfelder (z.B. Kulturelle Bildung, Medienbildung, politische Bildung, Erwachsenenbildung) aus dieser Perspektive beleuchten. |