Unterstützungsangebote für Mütter in der Sorge um ihre Kinder haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Zwar reichen entsprechende Angebote wie auch damit verbundene Bemühungen, auf Mütter und ihre Sorgetätigkeiten Einfluss zu nehmen, historisch weit zurück; dennoch hat die Unterstützung von Müttern seit der gesellschaftlich intensiver gewordenen Aufmerksamkeit für Kinder und deren Aufwachsen zugenommen.
Hieran schließt die Lehrveranstaltung an, in dem in gender- und kindheitstheoretischen Perspektiven institutionelle Unterstützungsangebote zur mütterlichen Sorge untersucht werden. Dabei sind die folgenden Fragen leitend:
1. Welche institutionellen Angebote werden Müttern gemacht? Wie werden sie institutionell unterstützt? Welche Relevanz in der Unterstützung mütterlicher Sorge wird institutuinellen Angeboten eingeräumt?
2. Wie werden Mütter als Sorgende adressiert? Was wird als ihr Sorgebereich angesehen und welche Verantwortung wird ihnen für das Aufwachsen ihrer Kinder eingeräumt?
3. Was lässt sich aus der institutionellen Unterstützung zur mütterlichen Sorge über Sorge, Mutterschaft und Kindheit feststellen?
Zur Beantwortung dieser Fragen werden verschiedene Unterstützungsangebote untersucht. Dabei können z.B. Interviews mit Fachkräften und ggf. Müttern durchgeführt wie auch politische Dokumente, öffentlich zugängliche Konzepte, Homepages oder Artefakte (z.B. Ratgeber) zur Unterstützung mütterlicher Sorgetätigkeiten ausgewertet werden.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es erstens, einen Einblick in die institutionelle Unterstützung zur mütterlichen Sorge und die damit verbundenen öffentlichen Bemühungen um Mütter und ihre Sorge um Kinder zu erhalten. Über die verschiedenen Zugänge und Materialien soll zweitens nachvollzogen werden, wie mütterliche Sorge gegenwärtig gesellschaftlich gefasst wird und welche Bedeutung der mütterlichen Sorge für das Aufwachsen von Kindern zugeschrieben wird. Vor diesem Hintergrund wird es in den Forschungsprojekten auch um die Verwobenheit der generationalen und geschlechtlichen Ordnung gehen. Drittens sollen Studierende über die Lehrveranstaltung Einblicke in die Grounded Theory als bedeutender Ansatz qualitiativer Forschung erhalten und hierbei verschiedene qualitative Erhebungsmethoden kennenlernen.
Die Lehrveranstaltung setzt voraus, dass Sie sich intensiv mit der Literatur befassen und eigenständig ein Forschungsprojekt in Kleingruppenarbeit realisieren. |