Organisationskulturen gestalten sich über informelle Kommunikation ihrer Mitglieder.
Im Seminar verstehen wir unter informeller Kommunikation diejenige Dimension zwischenmenschlicher Kommunikation unter Mitgliedern einer Organisation, die voraussetzungsvoll ist und für die nicht explizit geregelt ist, wer sich worüber, wie und mit wem verständigen soll. Der Begriff Organisationskultur steht also für Entscheidungsprämissen einer Organisation, die nicht entschieden sind. Ob die Kultur einer Organisation eher demokratisch (z.B. transparent, mitgestaltungsfreundlich) oder eher autoritär (z.B. anweisend, sanktionierend) ausgeprägt ist, lässt sich über informelle Kommunikation wirkungsvoll steuern bzw. blockieren. Besonders eindrucksvoll zeigen sich solche Effekte zwischen Menschen, die zu schwer kommunizierbaren Themen zusammenarbeiten.
Uns interessieren daher Arbeitskontexte mit tabuisierten, emotional hoch aufgeladenen Themen: „Sterben, Tod, Trauer“ in der Kinderonkologie oder Hospizen, „Sexualität“ in Zentren für Sexuelle Gesundheit & Medizin, „kaschierte Dominanz und Autorität“ in der katholischen Kirche. Wir diskutieren kommunikative Praktiken und ihre sozialen Effekte anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag.
Das Seminar setzt einen Schwerpunkt auf interaktive Lernmethoden. Wir trainieren miteinander Kommunikation schwerbelasteter Themen und reflektieren die Gesprächssimulationen gemeinsam. Hierfür treffen wir Vereinbarungen, die unseren Lernraum zu einem sicheren Ort machen.
Für den Erwerb der CPs sind die aktive Teilnahme am Seminar, die Anfertigung eines Arbeitsdokumentes sowie eine Ergebnis-Präsentation erforderlich. Formen der Arbeitsdokumente und Trainingsinhalte stimmen wir in der Vorbesprechung gemeinsam ab. |