| Kommentar |
Als methodisches Rüstzeug für die empirische Arbeit an kommunikativen Phänomen vertiefen die Studierenden im Modul "Vertiefung Methodologie und Methoden" ihr konzeptuelles wie analysepraktiksches Verständnis ausgewählter (primär qualitativer) Forschungsmethoden. Damit sollen die Studierenden befähigt werden, informierte Entscheidungen über die Wahl des geeigneten Forschungsinstruments in Abhängigkeit vom jeweiligen Forschungsinteresse und Fragestellung zu treffen und dieses in ihrer Passung an theoretische Annahmen über den Gegenstand 'Kommunikation' rückzubinden. In diesem Seminar (von zwei Seminaren des Moduls) liegt der Fokus auf dem Ansatz der ethnomethodologischen Konversationsanalye (EM/KA), der sich als Instrumentarium anbietet, wenn man soziale Interaktion auf der Ebene der zwischen den Interaktionsbeteiligten ablaufenden kommunikativen Mikro-Prozesse untersuchen möchte. In einem ersten, methodologischen Teil werden beispielhaft die zugrundeliegenden bzw. verwandten theoretischen Positionen dieses Ansatzes (etwa: soziale Konstruiertheit der Wirklichkeit, Vollzugswirklichkeit, Reziprozität der Perspektiven etc.) reflektiert und auf ihre Implikationen und Prämissen für eine methodische Herangehensweise befragt. Darauf aufbauend werden die zentralen methodischen Prinzipien und Arbeitsweisen der EM/KA erarbeitet. Dabei wird reflektiert, inwiefern zentrale Beschreibungsdimensionen und -konzepte, die anfänglich auf der Basis von Audiodaten entwickelt worden sind, angesichts einer aktuellen auf Videodaten basierenden multimodalen Zugriffsweise weiterhin haltbar sind bzw. überdacht werden sollten. In einem dritten Schritt wird die Verbindung zu anderen methodischen Zugängen (bspw. Ethnographie) und ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen aufgezeigt. Die erwartbar unterschiedlichen Vorkenntnisse der Studierenden werden über Projektarbeit und Lektüre-Angebote auf unterschiedlichen Expertise-Stufen adressiert. |