| Kommentar |
Inhalte/Lernziele: Von den Tulpenzwiebeln Amsterdams im Jahr 1637 bis zu den milliardenschweren Bewertungen heutiger KI-Unternehmen zieht sich ein roter Faden durch die Geschichte des Kapitalismus: die immer wiederkehrende Dynamik von Euphorie, Kreditexpansion und Zusammenbruch.
Dieses Seminar führt in die Theorie und Geschichte der Finanzblase ein und verbindet dabei drei Perspektiven:
- die klassische Krisentheorie von Karl Marx (fiktives Kapital, Kreditsystem, tendenzieller Fall der Profitrate),
- die Finanzinstabilitätshypothese von Hyman Minsky mit ihren „Hedge-, Speculative- und Ponzi-Finanzierungen“, sowie
- die empirisch-historische Tradition von Charles Kindleberger und Carmen Reinhart/Kenneth Rogoff.
Anhand von Fallstudien – Tulpenmanie, Südseeblase, Eisenbahnfieber, der Crash von 1929, die Dotcom-Blase, die Subprime-Krise 2008 und die gegenwärtigen Debatten um eine mögliche KI-Investitions- und Schuldenblase – untersuchen wir, wie technologische Versprechen, Kreditschöpfung, Spekulation und Machtverhältnisse zusammenwirken.
Ziel ist es, ökonomische Theorie, Wirtschaftsgeschichte und kritische Politökonomie so zu verbinden, um Finanzkrisen nicht als isolierte „Unfälle“, sondern als strukturelle Merkmale kapitalistischer Akkumulation verstehen lernen. |
| Voraussetzungen |
In E3 nicht geeignet für: Fak. GesWi; Fak. WiWi, BWL (MSM & WiWi), MIPSY (ehem. Komedia), KuWi, MOAS, Software Eng., Wi.-Inf., Wi.-Mathe.
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Sie die E3-Ausschlüsse immer selbständig bei Ihrer Auswahl beachten müssen. Das LSF-System schließt Fehlanmeldungen nicht aus. Auch ist im System nicht ersichtlich, nach welcher PO Sie studieren, oder welche/s Fachwissenschaft/Anwendungsfach vorliegt. Ihre gewählte E3-Veranstaltung muss auch bzgl. Ihres Anwendungsfachs explizit fachfremd sein. |