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„Die Erinnerung an die Schuld, die Einsicht in die große Verantwortung, gehört seit 1945 in die DNA der Evangelischen Kirche“, erklärte der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm zum 75. Jahrestag des Stuttgarter Schuldbekenntnisses im Jahr 2020. Doch wie erinnerte und erinnert die evangelische Kirche in Deutschland nach 1945 an ihre Rolle im Nationalsozialismus? Welche Formen von Schuld, Verantwortung und Selbstrechtfertigung prägten die kirchlichen Debatten der Nachkriegszeit, und wie veränderte sich der Umgang mit der eigenen Vergangenheit im Laufe der Jahrzehnte? Das Seminar beschäftigt sich mit der Auseinandersetzung der evangelischen Kirche mit dem Nationalsozialismus nach 1945. Im Mittelpunkt stehen kirchliche Stellungnahmen, öffentliche Debatten sowie der Umgang der Kirche mit ihrer eigenen Geschichte. Dabei werden sowohl Entlastungsnarrative als auch Prozesse kritischer Aufarbeitung untersucht und analysiert. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, inwiefern gesellschaftliche und politische Veränderungen die kirchliche Erinnerungskultur beeinflusst haben. Anhand ausgewählter Quellentexte und Forschungsbeiträge vermittelt das Seminar Einblicke in zentrale Kontroversen der Erinnerungsgeschichte der EKD und lädt zur kritischen Reflexion über Verantwortung, Schuld und historische Selbstdeutung ein. |