| Kommentar |
Inhalte:
Das erstmals 1602 in Basel unter dem Titel „Ajn schojn maasebuh“ veröffentlichte „Májße-buch“ (májßeß = ‚Geschichten‘) ist eine Sammlung von jüdischen Legenden und Exempeln aus Talmud, Midrasch, rabbinischer Literatur und der aschkenasischen Erzähltradition des Mittelalters. Es umfasst unterschiedliche Genres, darunter auch märchenhafte Stoffe und Motive. Es bezieht seine Texte aus mittelalterlichen hebräischen Handschriften sowie aus hebräischen Druckwerken des 16. Jh.s, die ins Jiddische übersetzt („geteitscht“) wurden. Die Sammlung adressiert sich an ein breites jüdisches Lesepublikum, denn das Werk konnte auch von denjenigen rezipiert werden, die über keine Hebräischkenntnisse verfügten, aber das Jiddische in hebräischer Schrift lesen konnte; insbesondere richtet sich das Werk an jüdische Frauen. Das „Májße-buch“ hat religiös erbaulichen und unterhaltenden Charakter. Schwerpunktthemen des Seminars: - Entstehungs-, Überlieferungs-, Rezeptions- und Quellengeschichte des „Máiße-buchs“ - Jiddische Sprache und hebräische Schrift - Das „Máiße-buch“ im Kontext jüdischer (Alltags-)Kultur, Bräuche, Rituale und Feste - sog. Rhein-Donau-Zyklus des „Máiße-buchs“, in dem die legendären Wundertaten des Rabbi Jehuda he-Chassid und seines Vaters Rabbi Samuel he-Rassid erzählt werden - Tierfiguren und -motive im „Máißebuch“ Die Erzählungen aus dem „Máiße-buch“ bieten zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten, um sich mit jüdischer Religion, Kultur und Geschichte zu beschäftigen. Dabei können auch interreligiöse und interkulturelle Aspekte sowie antisemitische Tendenzen in Vergangenheit und Gegenwart diskutiert werden.
Das Seminar wird wöchentlich stattfinden. Einzelne Sitzungen werden durch Exkursionen und einen Workshop (Blocktermin in der vorlesungsfreien Zeit) ersetzt. Geplant sind Exkursionen in die Alte Synagoge – Haus der Begegnung Essen (https://www.essen.de/leben/kultur_/alte_synagoge/alte_synagoge_startseite.de.html) sowie eine Führung zur WebApp „Zwischen den Häusern“ (https://www.lvr.de/miqua/miqua-erleben/selbststaendige-rundgaenge/zwischen-den-haeusern/) des MiQua in Köln. Die Terminabsprache für die Exkursionen erfolgt zu Semesterbeginn. Genauere terminliche und inhaltliche Informationen zum Workshop folgen. Die Teilnahme an den Exkursionen und dem Workshop ist verbindlicher Bestandteil des Seminars |
| Literatur |
Die Erzählungen aus dem „Maiße-buch“ werden in deutscher Übersetzung gelesen. Da es aktuell leider keine im Buchhandel verfügbare Ausgabe gibt, werden ausgewählte Erzählungen als Digitalisate zur Verfügung gestellt. Der von Ulf Diederichs hrsg. u. ins Hochdeutsche übersetzte Band „Das Ma’assebuch. Altjddische Erzählkunst“ kann im Semesterapparat Nr. 17 eingesehen werden.
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Marion Aptroot/Roland Gruschka: Jiddisch. Geschichte und Kultur einer Weltsprache. 2., durchges. Aufl. München 2010.
Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
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